Dienstag, 7. April 2009

Gadget-Alarm: Philips LCD-Bilderrahmen 8FF3WMI

Ich habe zu meinem Geburtstag einen LCD-Bilderrahmen geschenkt bekommen – und zwar oben genannten Philips 8FF3WMI.

Dieses Modell hat neben den üblichen Features eine Besonderheit: Internetzugang über WLAN! Der Bilderrahmen ist also in der Zwischenzeit ein Teil der heimischen IT-Infrastruktur und hat sich seitdem gut bewährt. Aber vielleicht zuerst einen Blick auf die Features:

  • Auflösung: 800x600 Pixel (16,2cm x 12,2cm), 4:3
  • WLAN: IEEE 802.11 b/g (WEP, WPA, WPA2)
  • WiFi Protected Setup (WPS)
  • Speicher: 512MB intern
  • Speicherkarten: USB-Stick, Compact Flash Typ I, Memory Stick Pro Duo, Multimedia Card, MMC plus, SD card, SDHC, xD card
  • Albumverwaltung auf dem Gerät: Erstelle, Löschen, Bearbeiten, Umbenennen
  • eingebauter Lichtsensor zum automatischen Abschalten des LCDs, Zeitschaltuhr
  • Software für Mac und Windows

Wenn ihr wissen wollt, was man mit dem Bildschirm so anstellen kann, dann klickt einfach auf “weiter …”

Die Standardfunktion des Bilderrahmens funktioniert sehr gut, die 8”-Bildschirmdiagonale liefert knackscharfe Bilder, von denen man relativ viele auf den internen 512MB-Speicher bekommt, vorausgesetzt, man skaliert sie entsprechend vorher (was aus Qualitätsgründen sowieso sinnvoll ist). Den Speicher sollte man auf jeden Fall mit ein paar Bildern befüllen, warum lest ihr gleich weiter unten.

Aber erstmal ein paar Worte zum WLAN: Das Einbinden ins WLAN gestaltet sich ebenso einfach wie der Zugriff per USB auf das Gerät. Entweder man setzt die Netzwerkparameter (halb)manuell (DHCP vs. feste IP-Adresse, WLAN-Kennwort) über das Einstellungsmenü auf dem Bilderrahmen oder man benutzt das oben erwähnte WiFi Protected Setup, das von einigen WLAN-Routern (soweit ich weiß u.a. Fritzbox) unterstützt wird.

image

Software wird natürlich auch mitgeliefert, sie übernimmt das Skalieren von Bildern auf Wunsch automatisch, ansonsten ist sie eher einfach gehalten. Aber sie dient auch dazu, dem Bilderrahmen Media RSS-Feeds bekannt zu machen.

Media RSS ist ein spezielles RSS-Format, das auf Multimedia spezialisiert ist und in der Zwischenzeit von vielen Onlinefotoalben (z.B. Flickr, Picasa Web etc.) zur Verfügung gestellt wird. Man kann also auf dem LCD Bilder aus dem Internet anzeigen lassen. Der oft zitierte Anwendungsfall: Man schenkt den Rahmen den Großeltern, richtet ein Onlinealbum mit Bildern vom Enkel ein und aktualisiert dieses von Zeit zu Zeit. So haben Oma und Opa immer die neuesten Bilder vom kleinen Windelscheißerchen im Wohnzimmer.

Nun, das geht schon. Allerdings setzt es zwei Dinge voraus: Oma/Opa haben WLAN. Und Oma/Opa ziehen nicht mal aus Versehen den Stecker. Denn leider kann man dem Philips nicht sagen, womit er nach dem Einschalten beginnen soll – er fängt IMMER mit dem internen Speicher an. Wenn was anderes gewünscht ist, dann muss das erst manuell aktiviert werden. Und das dazu braucht man zumindest geschickte und fettfreie Hände:

Der spiegelnde Rand des Rahmens zieht Fingerabdrücke an wie mich Nettes gefüllte Paprikaschoten. Und die Bedienelemente sind alle auf der Rückseite des LCDs. Gewöhnungsbedürftig!

Wenn sich im lokalen Netz ein UPnP-AV-fähiger Server befindet, dann kann der Philips darauf zugreifen, um Fotos anzuzeigen. Ich habe auf der NSLU2 mal kurz mit TwonkyMedia herumgespielt und das Ergebnis war überraschend positiv, es ist aber trotzdem nicht zu unterschätzender, zusätzlicher Konfigurationsaufwand. Wer den Windows Mediaplayer 11 benutzt, der kann auch diesen zum UPnP-AV-Server konfigurieren (Medienfreigabe) und so seine Bilder im Netz freigeben. Dies ist sogar in der Anleitung des Rahmens ausführlich erklärt. Das setzt allerdings einen Windows-PC als Server voraus – den gibt’s vielleicht in den meisten Haushalten aber zumeist läuft der nicht 24h am Tag. Da ist mir meine NSLU2 als Debian-basierter Server schon lieber, da stromsparender.

Apropos Strom sparen: Der Bildschirm kann zeitgesteuert oder über einen Lichtsensor in der oberen rechten Ecke des Rahmens an- und abgeschaltet werden. Genaugenommen wird nur der LCD angeschaltet, die restlichen Funktionen des Rahmens (also auch u.U. der Download aus dem Internet) laufen weiter. Das ist insoweit als gut zu bewerten, da man auf diese Weise nicht in das oben erwähnte Problem mit dem Neustart vom internen Speicher hineinläuft.

Was der Bilderrahmen leider nicht kann, ist auch Windows-Freigaben (SMB, Samba) direkt zuzugreifen. Das ist wirklich die größte Schwäche, da man so im eigenen Netzt immer den relativ aufwändigen weg über UPnP gehen muss. Hier schränkt sich Philips künstlich ein.

Philips 8FF3WMI im Einsatz

Noch eine Besonderheit, die ich nicht verschweigen will, sieht man im Bild links. Wenn ein Foto nicht im 4:3-Format ist oder hochkant angezeigt wird, dann hat man im Normalfall schwarze Ränder. Wem das nicht gefällt, der kann eine Funktion zuschalten, die die Bildfarben in den “toten Bereich” überblendet. Das sieht ganz nett aus und funktioniert ziemlich beeindruckend. Die “Trauerränder” kann man damit jedenfalls effektiv vermeiden. (Im Foto an den hellen Streifen ober- und unterhalb des Bildes zu erkennen.)

Mein Fazit:

  • Positiv Thumbs-up
    Klares Design, scharfes und helles Bild, WLAN-Zugriff auf Tausende Bilder im Internet (per RSS),  zeit- oder helligkeitsabhängiges Ein/Abschalten, Unterstützung zahlreicher Speicherkarten, mattes LC-Display, Einblenden von Uhrzeit oder Datum
  • Negativ Thumbs-down Sehr anfällig für Fingerabdrücke, umständliche rückseitige Bedienung, startet die Wiedergabe immer vom internen Speicher, keine Unterstützung für Windows-Freigaben, keine 24h-Anzeige der Uhrzeit

Ich kann den Bildschirm empfehlen, allerdings ist er nicht perfekt. Preis Leistung stimmt aber aus meiner Sicht, wenn ihr ihn für weniger als 150 EUR erwischt. Wie man den Bildschirm noch einen Ticken flexibler nutzen kann, erfahrt ihr demnächst. Bleibt dran. hier!

blog comments powered by Disqus

Design von Dicas Blogger, angepasst durch Mario Ruprecht