Freitag, 12. Juni 2009

Manager-Gehälter in Deutschland

Ich bin immer so ein wenig hin- und hergerissen, wenn mal wieder auf breiter Front eine Begrenzung von Managergehältern gefordert wird. Diese Diskussion wird ja nicht nur in Deutschland geführt, auch Obama fordert momentan (sicherlich inspiriert von der Finanzkrise) eine Begrenzung der Jahresgehälter von Managern in den USA.

US-Präsident Obama verschärft den Druck auf Spitzenverdiener. Der prominente Anwalt Feinberg soll künftig die Gehälter der 175 höchstbezahlten Top-Manager festlegen. Dazu gehören der Vorstandsvorsitzende der Bank of America, der Citigroup-Chef und der Chef des insolventen Autobauers GM, berichtet die „New York Times“. Gehälter und Bonuseinkünfte von Spitzenmanagern von Banken, die in der Finanzkrise plötzlich auf Staatsmilliarden angewiesen waren, hatten Anfang 2009 einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass Manager anhand ihrer Fähigkeiten und vorzuweisenden wirtschaftlichen Erfolge gemessen werden sollen. Aber so einfach ist es natürlich nicht. Es kann ja durchaus sein, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Konzerns nur durch Stellenabbau zu sichern ist. Wenn man davon betroffen ist, dann will man nicht über Fähigkeiten der Chefs spekulieren. Aber die Krone ist doch derzeit wohl die Diskussion über den Noch-Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick. Dieser hatte Anfang März auf dem Chefsessel Platz genommen und einen 5-Jahresvertrag abgeschlossen, der ihm pro Jahr 2 Millionen Euro Gehalt plus 1 Million variablen Anteil verspricht.

Nun steht Arcandor momentan nicht so gut da – die Mitarbeiter fürchten zu Recht um ihre Arbeitsplätze.

Laut „Bild“ wird der 5-Jahres-Vertrag auch bei einem früheren Ausscheiden Eicks voll ausbezahlt und von Sal. Oppenheim garantiert.

Das ist doch mal gut zu hören, der Mann wird nicht am Hungertuch nagen müssen. Dont tell anyone

Zuvor war er Finanzvorstand bei der Deutschen Telekom. Dort verdiente er nach eigenen Angaben zuletzt 2,8 Millionen Euro im Jahr und hatte eine Gehaltssteigerungsklausel. Da er einen 4-Jahres-Vertrag bei der Telekom hatte, „war doch klar, dass der Vertrag bei Arcandor dieselbe Sicherheit haben muss wie bei der Telekom“, sagte Eick der „Bild“. „Sonst hätte es ja keinen Sinn für mich gemacht zu wechseln.“

Sehr schön, endlich mal klare Worte zur Motivation. Ich verweise ungern auf die BILD, aber wenn diese Behauptungen Tatsachen sind (und ich halte das nicht für unwahrscheinlich), dann bin ich definitiv dafür, Managergehälter zu begrenzen. Der Mann trägt kein Risiko. Und das sollte er als Unternehmer. Wie so ein Vertrag auf die eigenen Mitarbeiter wirken muss.

Aber hier geht es ja bekanntlich nicht um Ehre oder Anstand …

(Tipp von Herrn Stuff)

(Anmerkung an mich selbst: Wenn ich mal 2 Mio. Euro im Jahr verdiene, unbedingt diesen Artikel löschen!!! Vermutlich 2010.)

blog comments powered by Disqus

Design von Dicas Blogger, angepasst durch Mario Ruprecht