Freitag, 22. Januar 2010

Huawei MiFi E5 (aka E5830, E5832, E5838, E583x, …)

Huawei E583x - die Verpackung Vor Weihnachten war’s das Netbook und zu Beginn des neuen Jahres ist es wieder ein kleines Spielzeug, das mir ins Haus flatterte: Wenn man ein Note- oder Netbook sein eigen nennt, dann möchte man damit unter Umständen auch abseits von heimischen Gefilden online gehen. In der Regel nimmt man dazu einen UMTS-USB-Stick, um vom WLAN unabhängig zu sein. Nachteil, wenn das Laptop kein eingebautes UMTS/HSDPA-Modul hat: Es steht was raus. Sieht nicht schön aus und wirkt irgendwie gebastelt.
Deswegen habe ich mir nach Hinweis eines liebenswerten Kollegen ein neues Gadget zugelegt, das schon unter vielen Namen im Netz kursiert:
MiFi®, i-Mo, Huawei E5, Multisurf, WiFi modem, Netvigator Everywhere, Internet Wireless Box und so weiter. Im Grunde genommen handelt es sich bei all diesen Geräten um eine Kombination aus batteriebetriebenem UMTS/HSPA-Modem und integriertem WLAN des chinesischen Herstellers Huawei. Dort heißt das Gerät schlicht E5 (auf dem Mobile World Congress in Barcelona 2009 noch als i-Mo vorgestellt) und in den verschiedenen gebrandeten Versionen ist es als E5830, E5832, E5838 oder auch als E6939 bekannt.

Technische Daten

Hier mal ein paar technische Daten für die Techies unter euch:

  • WLAN 802.11b/g
  • HSUPA/HSDPA/UMTS 2100 MHz
  • EDGE/GPRS/GSM 1900/1800/900/850 MHz
  • MicroSD-Kartenunterstützung: bis zu 32GB
  • funktioniert als Modem oder WLAN Access Point
  • eingebaute Firewall
  • DHCP-Server
  • bis zu 5 WLAN-Clients gleichzeitig
  • WPA/WPA2 mit AES/TKIP
  • 86 x 47 x 10.5mm
  • 1500 mAh Li Akku (reicht für 4 bis 5 Stunden WLAN+Internet)
  • Gewicht: ca. 90g

Anwendungsfälle

Huawei E5830 Man sieht schon, das Ding ist interessant:
Alles was man zum Surfen benötigt, ist eine SIM-Karte mit einem Datentarif sowie ein WLAN-fähiges Gerät wie zum Beispiel ein Netbook. Das Netbook verbindet sich mit dem E5830 ganz normal per (optional verschlüsseltem) WLAN, der E5830 ist dafür zuständig, die Internetverbindung aufzubauen – ganz so, wie man es vom heimischen WLAN-Router gewöhnt ist. Auf diese Art und Weise kann man auch Geräte ins Internet bringen, die eigentlich nur WLAN unterstützen wie beispielsweise einen iPod Touch.
Zudem können gleichzeitig bis zu 5 Geräte das WLAN nutzen und sich so einen Internetzugang (und somit eine SIM-Karte) teilen. Das nenne ich mal effektiv, vor allen Dingen, wenn man in kleiner Gruppe irgendwo ohne Verbindung hockt.
Die E5-Serie gibt es meines Wissens nach nirgends direkt zu kaufen, sie wird bisher immer mit betreiberspezifischen Einschränkungen “Optimierungen” direkt von den Mobilfunkern vertrieben. Am günstigsten kommt man momentan an solche Geräte aus England, wo diverse Händler sie für 80 bis 90 EUR ohne Branding und inklusive Versand bei Ebay verschleudern. Ursprünglich handelt es sich dabei um das Modell Huawei E5830 (siehe Bild oben), das von 3 als MiFi für ca. 50 Pfund mit SIM-Lock und Karte vertrieben wird.

Lieferumfang

Huawei E5830 - die Status-LEDsDer Lieferumfang besteht aus dem E5830 selbst, einem kurzen USB-Kabel, dem Akku, einer sehr kurzen, englischen Bedienungsanleitung sowie einem USB-Ladegerät mit leider englischem, dreipoligen Stecker. Letzteres ist also hier nicht so zu verwenden.
Nach dem Einsetzen der SIM-Karte und und des Akkus muss das Gerät erstmal geladen werden. Ein großer Aufkleber gebietet eine Erstladung von 12h, dabei blinkt die obere rechte LED grün. Diese soll permanent grün leuchten, wenn der Akku voll ist. Hat sie bei mir bisher nie gemacht – und ich probiere gerade das dritte USB-Ladegerät aus. Rein rechnerisch wäre so ein Akku mit 1500 mAh in spätestens 4h voll. Nun ja.

Inbetriebnahme und Bedienung

3 WiFi Manager Nach dem Laden stöpselt man das Gerät an einen Windows-PC (!) und das Gerät wird nach kurzer Wartezeit als CD-Laufwerk eingebunden. Auf dieser virtuellen CD befinden sich die restlichen Treiber und der 3 WiFi Manager, den man zur Konfiguration verwendet. Letzteres ist besonders deshalb wichtig, weil man natürlich für eine deutsche SIM-Karte ein entsprechendes Profil mit APN etc. anlegen muss. Das ist aber schnell erledigt. WLAN-Einstellungen wie Name, Verschlüsselung etc. kann man ebenfalls mit dem WiFi Manager tätigen. Ist dies alles (einmalig) geschehen, benötigt man nicht mehr zwangsläufig einen PC: das Modul kann danach komplett unabhängig arbeiten. Der PC wird nur dann wichtig, wenn man das Modul wie einen USB-Stick betreiben möchte. Dann kann man auch das WLAN ausschalten und ganz normal über den Stick surfen, wie man es von anderen USB-Modems kennt.
Die Bedienung des Geräts ist sehr eingängig. Es gibt fünf farbige LEDs, links oben wird Huawei E5830 von 3 die Signalqualität der Mobilfunkverbindung angezeigt, rechts oben der Ladestand des Akkus, links unten leuchtet ein blaues W wenn WLAN eingeschaltet ist. Rechts unten gibt es ein Icon, das signalisiert, wenn erfolgreich eine Internetverbindung hergestellt wurde. Mittig gibt’s dann noch ein Symbol, dass dann aufleuchtet, wenn man sich nicht im Heimatnetz befindet (erhöhte Gebühren durch Roaming!).
Auf der rechten Seite findet man drei Knöpfe: einen zum Ein- und Ausschalten des Geräts, einen zum Ein- und Ausschalten des WLANs sowie noch einen um die Internetverbindung aufzubauen. Links gibt es den oben schon erwähnten Steckplatz für eine MicroSD-Karte (nicht im Lieferumfang). Die Karte kann aber nur genutzt werden, wenn der E5830 am PC angeschlossen ist (also keine Freigabe mittels Samba oder so).

Auffälligkeiten und Anmerkungen

Es wird hier demnächst noch den ein oder anderen Artikel zu dem sehr spannenden Gerät geben. Vorweg schon mal ein paar Anmerkungen:
  • Huawei hat den E5830 vermutlich als Antwort auf Novatels MiFi 2352 entwickelt. Letzterer kann mehr, spielt aber auch preislich in einer ganz anderen Liga.
  • Der Akku soll ca. 4 bis 5h reichen, allerdings nervt mich, dass er momentan keine “Voll”-Meldung abgibt. Zudem gibt es diverse Berichte, dass das Gerät nicht lädt, wenn es eingeschaltet ist. Es zieht zwar dann den Strom über die USB-Buchse, lädt aber den Akku nicht noch zusätzlich. Ergibt aber aus der Akku-Kapazität, dem max. USB-Ladestrom und der angegebenen Laufzeit insgesamt ein schlüssiges, wenn auch unbefriedigendes Bild.
  • LEDs sind gut und schön. Ein LC-Display hätte aber vermutlich besser die Infos übermittelt, die man sehen möchte. Gerade die Empfangsstärke kann man nicht zur idealen Ausrichtung des Geräts nutzen, dazu ist kein Empfang – mies – gut einfach nicht granular genug. Nur in der Management-Software kann man entsprechende Infos erkennen.
Also, das Ding macht Spaß und ist ein Hingucker. Mal sehen, was man damit noch so anstellen kann. Demnächst mehr!

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