Donnerstag, 14. Januar 2010

Windows 7: Alle Versionen auf einer Installations-DVD?

Windos 7: ei.cfg entfernen Es ist interessant, dass Microsoft sich dazu entschlossen hat, die diversen Windows 7-Varianten auf unterschiedlichen Medien (in diesem Falle DVDs) zu veröffentlichen.

Das bedeutet, wenn man eine Windows 7 Ultimate-DVD besitzt, dann kann man davon zum Beispiel nicht Windows 7 Starter oder Home Premium installieren.

Nun wissen wir doch aber alle, dass die Enterprise – oder Ultimate-Versionen von Windows 7 alle Features beinhalten, somit sollte die Untermenge für die kleineren Versionen doch auf der DVD sein und man kann sich folgende Frage stellen:

Was legt fest, welche Windows-7-Version installiert wird?

Es ist nicht der Lizenzschlüssel, die Abfrage danach kommt im Installationsprozess relativ spät.

Welche Version man mit einer Windows-7-DVD installieren kann, ist in einer kleinen Konfigurationsdatei auf der Windows-DVD selbst hinterlegt, der ei.cfg!

Wenn man sich eine Windows 7-DVD anschaut, dann findet man diese Konfig-Datei im Unterordner sources:

Windows 7: ei.cfg im Ordner source

Was steht drin?

[EditionID]
Professional
[Channel]
Retail
[VL]
0

Nicht so wirklich interessant, aber in der zweiten Zeile kann man erkennen, dass es sich in meinem Fall um eine Professional-Version von Windows 7 handelt.

Nun könnte man hingehen und die Datei nach eigenen Wünschen anpassen, falls man also zum Beispiel eine Ultimate-Version installieren möchte – aber viel einfacher und schneller geht es, in dem man die sources\ei.cfg einfach löscht. Wenn diese nämlich gar nicht vorhanden ist, dann macht das Installationsprogramm das einzig Kluge: Es fragt nach, welche Version installiert werden soll (siehe folgendes Bild):Windows 7: Versionsabfrage während der Installation Allerdings erfordert dieses Vorgehen im Normalfall das Auspacken des DVD-Images bzw. das Kopieren der DVD auf Festplatte, das manuelle Löschen und danach muss wieder eine bootfähiges Medium erstellt werden. Das ist aufwändig und fehleranfällig.

Geht’s einfacher?

Natürlich. Im Idealfall besorgt man sich irgendwo im Internet eine ISO-Datei einer unveränderten Windows-DVD, dabei ist es relativ unwichtig, um welche Version es sich handelt. Nur einen entscheidenden Unterschied gibt es: Die 32Bit- und die 64Bit-Versionen sind wirklich nicht auf dem gleichen Medium vorhanden. Wenn man also beides benötigt, dann muss man sich zwei ISO-Dateien besorgen, kann damit aber alle “Unterversionen” von Win7 abdecken.

Und bitte, es sollten wirklich sogenannte “untouched” Images sein. Nichts mit pre-Activation oder ähnlichem Schrott aus den dunklen Ecken des Netzes. Eigentlich sollte Microsoft aus meiner Sicht die Versionen direkt zum Download anbieten: Mir ist nicht klar, warum da so ein Geheimnis gemacht wird. schließlich benötigt man zum legalen Betrieb trotz allem einen ebenso legalen Lizenzschlüssel.

Hier mal die Daten der von mir genutzten Dateien:

Windows 7 Ultimate Retail Build 7600 RTM x64 (64-Bit) Deutsch

  • Dateiname: de_windows_7_ultimate_x64_dvd_x15-66046.iso
  • Größe: 2.97GB (3.192.264.704 Bytes)
  • CRC32: 13F6E37A
  • MD5: AEEA763527B7D962FB9F2BD77021099F
  • SHA-1: EA0F94C558C1E6974C8F8C154EBCB5850DC63144

Windows 7 Professional Retail Build 7600 RTM x86 (32-Bit) Deutsch

  • Dateiname: de_windows_7_professional_x86_dvd_x15-65812.iso
  • Größe: 2.29GB (2.463.242.240 Bytes)
  • CRC32: 5EFE8427
  • MD5: F47A2765ADD50C8781CC8D9261674048
  • SHA-1: D57C8FEE033E0AECDB8BAAEB9213A4647EADEDB4

SHA-1 Prüfsummen testen Wer mit Begriffen wie CRC, MD5 oder SHA-1 nichts anfangen kann, der sollte kann sich hier nochmal kurz einlesen.

Falls ihr übrigens eine “richtige” Windows-7-Installations-DVD besitzt, könnt ihr natürlich auch diese nehmen, um daraus ein Abbild im Format ISO zu erzeugen. Dafür gibt es diverse Programme, unter anderem wird diese Funktion auch von der Freeware MagicDisc unterstützt, das ich im letzten Jahr schon einmal vorstellte. Bei eurer Quell-DVD sollte es sich allerdings um eine reale Windows-DVD handeln, nicht so ein Wiederherstellungsmedium, das von einigen Computerherstellern mitgegeben wird. Und selbst wenn ihr eine Retail-DVD als Quelle nehmt, werdet ihr vermutlich nicht die gleichen Prüfsummen wie oben erhalten. Das liegt aber daran, wie ihr das Image erzeugt – also nicht gleich verunsichern lassen.ei.cfg Removal Utility

Wenn ihr also ein entsprechendes ISO-Image habt, dann könnt ihr nun das ei.cfg Removal Utility nutzen: Dieses (wirklich kleine) Programm “löscht” die ei.cfg. Genaugenommen löscht es die Datei nicht wirklich, es markiert im UDF-Dateisystem der ISO-Quelle die Datei als gelöscht. Physikalisch ist sie noch vorhanden, deshalb kann sie mit einem erneuten Aufruf des Programms wieder hergestellt werden (allerdings stimmt dann die Prüfsumme nicht mehr mit der Quelle überein, funktional tut das aber keinen Abbruch).

Das Programm ist selbsterklärend: Beim Aufruf öffnet sich ein Dateiauswahlfenster, in der man die zu patchende Iso-Datei auswählt. Je nachdem, wie der Status der ei.cfg gerade ist, wird die entsprechende Aktion ausgelöst: Datei “löschen” oder wiederherstellen.

Kurzfassung für Lesefaule

  1. ei.cfg im Ordner sources der Windows-7-DVD löschen
  2. mit neuer DVD booten
  3. Windows fragt, welche Version installiert werden soll
  4. mehr Infos zum ei.cfg Removal Utility

    blog comments powered by Disqus

    Design von Dicas Blogger, angepasst durch Mario Ruprecht