Freitag, 11. Juni 2010

Flattr – oder die Sache mit dem Geld!

Flattr Ich bin mir ja kaum für irgend etwas zu schade, deswegen bin ich seit gestern auch auf diesen Flattr-Zug aufgesprungen, der seit ein paar Wochen durch die Blogosphäre fährt. Wer Flattr noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass es sich hierbei um eine Plattform handelt, mit der man Webinhalte mit einem Mausklick “belohnen” kann, ähnlich wie es der Facebook-Like-Button macht. Der Unterschied, diese Belohnung (das sogenannte flattrn/schmeicheln) hat auch materiell eine Bedeutung, denn jeder Flattr-Nutzer zahlt etwas dafür an den Inhaltsanbieter. In Euro. Wink

Okay, wie läuft’s?

Ich melde mich bei Flattr an, lade mein Guthaben zum Beispiel per Paypal auf und kann dann festlegen, wieviel Geld ich im Monat an andere Flattr-User vergeben will (Standard ist zwei Euro). Wenn ich also nun durch das Web surfe und interessante und Flattr-würdige Dinge lese, dann kann ich bei Gefallen auf den Flattr-Button (siehe rechts oben in diesem Artikel) klicken. Das mache ich vielleicht im ganzen Monat nur bei einem Artikel oder bei 100, je nachdem wie viel schmeichel-würdiges ich finde. Am Ende des Monats wird mein monatlicher Betrag durch alle meine Klicks dividiert, so dass der eine Blogger im ersten Fall die vollen 2 EUR erhält und im zweiten Fall erhalten 100 Blogger jeweils 2 Cent.

Kann ich damit reich werden?

Ich glaube nicht daran und das hat mehrere Gründe: Der Hauptgrund ist die in den meisten Köpfen fest sitzende Meinung, dass frei erhältliche Inhalte im Web eben frei sind und deswegen auch nicht bezahlt werden “müssen” – selbst wenn es sich um eine freiwillige Abgabe handelt. Der zweite Punkt ist der, dass es momentan eher ein System von Bloggern für Blogger darstellt: Ich kenne wohl niemanden aus dem näheren Umkreis (mal abgesehen von ausgewählten Social Networks addicts), der bereit wäre, einen festen monatlichen Geldbetrag im Web zu verteilen. Und das noch ohne “gefühlte” Gegenleistung. Diese Hürde zu überspringen, halte ich für fast unmöglich und ohne den 08/15-Internetnutzer kann das System auf Dauer nicht funktionieren.

Neben dem Hype um das soziale Mikro-Bezahlsystem gibt es aber auch eine Reihe kritischer Stimmen: so ist Datenschutz immer wieder ein gern (und notwendig) diskutiertes Thema. Zudem nimmt die Button-Flut so langsam eine beängstigende Größe an, irgendwann wird der Tag kommen, wo man die Blogs wieder bereinigt. Und letztendlich wirft man Flattr auch eine Art Schneeballprinzip vor: Nur wenige, große Blogs erhalten wirklich größere Ausschüttungen und alle anderen nehmen ihren “Gewinn”, um weiter andere Blogs zu flattrn. So zahlt man Geld ein (Flattr finanziert sich durch Gebühren) und letztendlich wird es dann ein relativ geschlossenes System sein, von dem nur wenige finanziell profitieren. Schlussendlich wirft man den Machern noch Verbindungen mit PirateBay vor, aber das ist eine andere Geschichte!

Ich mache das Experiment trotzdem mit, aber momentan eher als Belohnungssystem für andere (und es gibt auch wirklich zahlreiche gute und interessante Blogs in Deutschland) und nicht als realistische Möglichkeit, die Einnahmen meines Blogs zu erhöhen. Allerdings ist letzteres durchaus die Motivation dahinter – es könnte ja vielleicht doch funktionieren und dann möchte man seinen Teil vom Kuchen abhaben. Die Gier ist halt überall … Eye-rolling

Deswegen wird der Flattr-Test erstmal auf 4 Monate begrenzt, so lange reicht auch das Guthaben, das ich aufgeladen habe. Und dann schauen wir mal.

Flattr ist noch in der geschlossenen Beta-Phase und funktioniert derzeit nur auf Einladung. Man kann sich entweder dafür auf der Webseite registrieren (bei mir hat das Zusenden des Invite-Codes zwei Tage gedauert) oder alternativ könnt ihr hier einen Kommentar mit Emailadresse hinterlassen: Ich habe 3 Flattr-Invites zu vergeben, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ihr kennt das ja.

Flattr und Blogger.com

Wen es interessiert, wie ich den Flattr-Button hier eingebunden habe, den kann ich kurz und knapp auf Zottel.net verweisen. Dort gibt es eine wirklich gute Beschreibung und ein paar Hintergrundinfos, wie man Flattr in einen bei blogspot.com/Blogger.com gehosteten Blog integrieren kann.

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