Mittwoch, 27. Oktober 2010

Krimi-Dinner im Burghotel Lakeside in Strausberg

Nette und ich haben vergangene Weihnachten einen Gutschein für das regelmäßig stattfindende Krimi-Dinner im Hotel Lakeside in meiner Heimatstadt Strausberg geschenkt bekommen. Und letztes Wochenende hat es terminlich endlich mal geklappt. Da auch wir in der Zwischenzeit entsprechende Gutscheine in der Verwandtschaft verteilt verschenkt haben, sind wir am letzten Samstag zu fünft zu dieser Mischung aus Theater und gutem Essen angerückt.

Krimi-Dinner Morpheus' Garten

Auf dem Programm des Abends stand das Stück “Morpheus’ Garten”: Beim Dinner in einem Sanatorium geschieht ein Mord – und diesen gilt es aufzuklären.

Weiter geht’s nach dem Umbruch …

Das Drumherum

Das Vier-Sterne-Burghotel Lakeside ist uns nicht unbekannt, es ist architektonisch im Stil einer alten Burg gestaltet und vermittelt den Flair, den man sich bei alten, englischen Landhäusern so vorstellt. Zugleich fungiert es als offizielle Außenstelle des Strausberger Standesamts und auch wir haben uns dort trauen lassen.

Wenn man an einem kalten und dunklen Herbstabend auf das dezent beleuchtete Gebäude zugeht, stellt sich schon fast automatisch Krimi-Stimmung ein. Das ganze Umfeld ist aus meiner Sicht perfekt für eine solche Veranstaltung geeignet.

Die Gäste werden am Saaleingang freundlich vom Personal begrüßt, man kann seine Garderobe abgegeben und wird dann zum Tisch begleitet. In unserem Fall waren es große, runde Tische, die jeweils mit 8 bis 9 Leuten besetzt waren. Insgesamt waren es am Ende ca. 85 Zuschauer, würde ich mal schätzen. Kerzenleuchter und eine dem Anlass entsprechende Tischdekoration haben wahrlich Lust auf mehr gemacht.

Das Stück und der Ablauf

Ich war schon ewig nicht mehr am Theater, aber so ein Krimi-Dinner sollte man nicht mit einer eventuell drögen Theatervorstellung vergleichen: Es gibt keine Bühne, die Schauspieler sitzen zum Teil mit den anderen Gästen am gleichen Tisch. Man ist also mittendrin im Geschehen und das macht den großen Unterschied aus. Das Ensemble bestand aus sieben Schauspielern und die Story spielt während des Abschluss-Dinners des Tags der Offenen Tür in dem fiktiven Sanatorium “Morpheus’ Garten”.

Bevor es losgeht, bekommt jeder Gast ein Namensschild überreicht – dort ist dann neben dem “Künstlernamen” auch die Rolle beschrieben, die man selbst an diesem Abend wahrnimmt. Jawoll, richtig gelesen: Interaktivität wird hier groß geschrieben, so dass viele der Gäste auch direkt in das Geschehen eingebunden werden. Um das auch “meistern” zu können, ist die eigene Rolle in ein paar Sätzen zusammengefasst und in man versteht, in welchem Zusammenhang man mit anderen Gästen oder Schauspielern steht. Nette und ich gaben so das Ehepaar Paul & Paulette Gilette aus dem Imperium der Rasierklingenhersteller und gleichzeitig Sponsoren des Sanatoriums.

Die Schauspieler stellen dann dem Alter Ego an passender Stelle ein paar Fragen, aber davor muss man wirklich kein Lampenfieber haben. Das Ensemble ist so professionell, dass es auch die gröbsten Schnitzer gekonnt zu überspielen weiß.

Gegen Ende des Stücks müssen dann die Gäste nochmal ran und jeder Tisch muss (schriftlich begründet) auf einen Verdächtigen als Mörder tippen. Dabei kommt es augenscheinlich oft zu sehr fragwürdigen aber durchaus lustigen Schlussfolgerungen!

Das Dinner

Ganz klar, wir waren auch zum Essen da. Es waren vier Gänge auf dem gewohnt hohen Niveau des Lakeside angekündigt und ich hatte nichts (und ich meine NICHTS!) auszusetzen. Für Nette hatten wir vorher schon den Wunsch nach Geflügel übermittelt und das wurde hervorragend umgesetzt. Wenn ich an den ersten Gang mit dem Ziegenkäsemousse denke, läuft mir gleich wieder das Wasser im Mund zusammen.

Die einzelnen Gänge wurden in das Geschehen einbezogen, so dass nicht gleichzeitig gegessen und gespielt wurde, was ich persönlich sehr angenehm fand. Zudem war bei diesen “Essenspausen” genug Zeit, um auch mal aufs stille Örtchen zu verschwinden oder eine Runde passiv zu rauchen.

Die Getränke sind übrigens nicht im Preis von ca. 60 EUR pro Person drin, aber das ist auch klar, sind doch die Geschmäcker sehr unterschiedlich.

Fazit

Wir hatten einen tollen und kurzweiligen Abend, obwohl es keine kurze Vorstellung war. Um 18:59 Uhr startete das Dinner und ca. 23:30 Uhr haben wir das Hotel satt und zufrieden verlassen – und es war nicht langweilig!

Wir können das Krimi-Dinner als Kulturtipp für Strausberg rundum empfehlen und ich könnte mir durchaus einen weiteren Besuch vorstellen, schließlich hat das Ensemble noch weitere Stücke im kriminalistischen Programm.

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