Sonntag, 9. Januar 2011

Withings WiFi Body Scale – die Körperwaage für Nerds!

Was ist ein Nerd?

Wikipedia schreibt unter anderem das:

Nerd [nɜːd] (engl. für Langweiler, Sonderling, Streber, Außenseiter, Fachidiot) ist ein gesellschaftlicher Stereotyp, der für besonders in Computer oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen steht. Manchmal wird auch ein überdurchschnittlicher Intelligenzquotient (IQ) als begleitende Eigenschaft genannt. Am häufigsten sind Computerfreaks gemeint. Während der Begriff ursprünglich negativ besetzt war, hat er sich in Internetcommunitys und unter Computerspielern und -freaks zu einer selbstironischen Eigenbezeichnung gewandelt.

Im positiven Sinne würde ich mich auch als Nerd bezeichnen und genau deshalb habe ich uns ein neues Gadget gekauft, das wahrlich nicht alltäglich ist. Hier mal ein längeres Review!

Nach Weihnachten halte ich es meist ein paar Wochen durch, meine Ernährung in geoordnete Bahnen zu lenken, unter anderem aus Gründen der gewünschten Gewichtsreduzierung. Ob die Maßnahmen von Erfolg gekrönt sind, beweist die Waage und unsere hatte die besten Zeiten hinter sich. Ersatz musste her und da kam der Hinweis von Jens gerade sehr willkommen.

Withings WiFi Body ScaleWithings WiFi Body Scale ist eine digitale Körperwaage mit Impedanzmessung des Körperfettanteils und (jetzt kommt’s!) WLAN-Anschluss.

Yepp, die Waage redet mit dem Internet und lädt die gemessenen Werte direkt auf die Withings-Webseite, auf der man sich kostenlos anmelden kann. Und um das Bild rund zu machen, gibt es sogar eine kostenlose iPhone-App und auch eine Android-App im Beta-Stadium.

Erster Eindruck und Inbetriebnahme

Der KartonDie Waage kommt in einem flachen weißen Karton, der in seiner Schlichtheit stark an das gewohnte Design von Apple erinnert. Nach dem Öffnen sieht man die edel und qualitativ hochwertig anmutende Waage, die es in weiß oder schwarz gibt, und vier mehrsprachige Kurzanleitungen. Unter der Waage befinden sich im Karton noch ein USB-Kabel, vier AAA-Batterien für die Stromversorgung, vier extra große Standfüße für den “Teppichbetrieb” und fieserweise ein Maßband zum Messen des Bauchumfangs.

Die Waage nach dem AuspackenAuf dem Gerät selbst pappt ein unübersehbarer Aufkleber mit der Aufschrift “http://start.withings.com” – da weiß man also gleich, was zu tun ist Zwinkerndes Smiley

Das kleine Faltblatt gibt noch die Anweisung, als erstes die Batterien ins Gerät einzusetzen und sodann o.g. Webseite aufzusuchen. Wer ein iPhone besitzt, kann diese URL auch mit dem Handy aufrufen, alle anderen müssen dazu ihren PC/Mac bemühen.

Die Webseite gibt sehr genaue Anweisungen zum Anschluss der Waage, denen man einfach nur folgen muss und die auch für einen Techniklaien gut verständlich sind. Zuerst legt man sich ein neues Profil an und registriert die neue Waage. Wenn man das am PC macht, kommt irgendwann der Punkt, an dem man das Konfigurationsprogramm auf seinen Rechner lädt und Das Zubehörausführen muss. Mit dieser Software konfiguriert man das zu verwendende WLAN und gibt das Passwort ein. Falls notwendig (in meinem Fall war’s so), bekommt die Waage im Vorfeld noch ein Firmware-Update verpasst. Also wirklich sehr nerdig, das Ganze! Smiley mit geöffnetem Mund

Die WLAN-Konfiguration ist nur einmalig bei der Ersteinrichtung oder eben nach einem Wechsel des drahtlosen Netzwerks notwendig.

Eigenschaften und Funktionen

Die Waage misst sofort nach dem Betreten das Körpergewicht in Kilogramm und den Körperfettgehalt (absolut oder in Prozent), es ist kein explizites Einschalten notwendig. Da man beim Anlegen des Nutzerprofils im Internet sein Geschlecht, Alter und Größe angibt und diese Daten an die Waage gesendet werden, zeigt diese beim Wiegevorgang auch den Body-Mass-Index (BMI) an. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Die Daten werden im Anschluss an die Messung sofort ins Internet übertragen und stehen dort Sekunden später zur Verfügung.

Im Web kann man bis zu 8 verschiedene Nutzer anlegen, auf Wunsch auch so, dass man die Werte gegenseitig nicht einsehen kann. Die Waage erkennt die Nutzer im Normalfall anhand des Gewichts. Nur wenn es mehrere Anwender mit sehr ähnlichem Gewicht gibt, dann fragt die Waage, welches Profil verwendet werden soll. Die Auswahl erfolgt in diesem Fall praktischerweise durch Gewichtsverlagerung, man muss also nix tippen oder so.

Die Gewichtsmessung erfolgt über vier Sensorfüße auf der Unterseite, die Waage signalisiert auch im (inversen, also weiß auf schwarz) Display, wenn sie falsch steht. Offiziell ist die Waage bis 180kg zugelassen, im Internet findet man aber Berichte, dass es bei gewichtigen Personen ab 120kg wichtiger wird, wie diese auf der Waage stehen, damit die Messung korrekt erfolgt. Ich hoffe, nie in diese Verlegenheit zu kommen.

Falls einmal keine Internetverbindung besteht, speichert das Gerät intern bis zu 16 Messungen. Menschen mit Herzschrittmachern wird übrigens nicht empfohlen, eine Körperfettmessung per Impedanzverfahren durchzuführen, so wie die Withings dies standardmäßig tut, wenn man sich mit nackten Füßen draufstellt. Um die Waage trotzdem nutzen zu können, kann man diese Funktion im Webinterface abschalten, danach misst sie nur noch das Gewicht wie jede andere Körperwaage auch.

Schick es ins Internet!So eine Online-Waage fordert das Twittern der aktuellen Messergebnisse ja faktisch heraus, aber keine Angst: Ich werde euch mit meinem (Über)Gewicht bestimmt nicht quälen. Aber die Möglichkeit besteht und wer will, der kann. Ebenso ist die Einbindung in andere Onlinedienste möglich, unter anderem auch Google Health oder RunKeeper.

Withings Android App

Withings App (beta)Die Withings App für Android ist derzeit noch im Beta-Stadium, bietet aber abgesehen von der Erstkonfiguration der Waage den gleichen Funktionsumfang wie das iPhone-Pendant. Falls ihr die App trotz Android 2.x mit dem links abgebildeten QR-Code bzw. Link nicht im Android Market finden könnt, liegt das unter Umständen daran, dass euer Handy kein Multi-Touch unterstützt. Prinzipiell funktioniert die App trotzdem und man bekommt eine etwas ältere Version, wenn man vom Handy die URL http://start.withings.com aufruft.

Die Withings App für Android (I)Die Withings App für Android (II)

Fazit

Braucht man’s?

Natürlich nicht. Erfasst man sein Gewicht aber sowieso regelmäßig, dann ist diese Waage eine tolle Arbeitserleichterung. Zudem sind mehrere Profile ohne Fummelei ein netter Zusatzpunkt. Die Aussagekraft der Fettmessung ist natürlich mit Vorsicht zu genießen, aber das liegt in der Natur des Verfahrens und andere Waagen machen es auch nicht besser.

Das Design ist wirklich schick und edel, die Einfachheit der Bedienung in einem vernetzten Haushalt einfach genial. Mit den Apps für iPhone und Android hat man seine Gesundheitsdaten immer im Blick und wenn schon das eigene Gewicht nicht “cool” ist – wie man es ermittelt, schon!

Das alles erkauft man sich derzeit mit dem ungefähr doppelten Preis einer guten Personenwaage, unter anderem bei Amazon. Nicht billig, aber Nerds werden mich sicherlich verstehen … Zwinkerndes Smiley

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