Freitag, 11. März 2011

Blockieren deutsche Mobilfunkbetreiber Tethering?

Das ist eine interessante Frage und meine bisherige Antwort darauf würde NEIN lauten.

Doch was ist Tethering?

Sinngemäß nutzt man dabei das Handy als Mittel zum Zweck, um mit einem anderen Gerät (zum Beispiel einem Laptop) ins Internet zu gehen. Früher hat man dafür die Handys per Datenkabel verbunden und es einfach als Modem benutzt.

Heutzutage können moderne Smartphones (zum Beispiel ab Android 2.2 oder iOS 4.3) einfach ein WLAN aufspannen, in das sich der PC oder das Laptop einbuchen können wie in jedes andere WLAN auch. Sehr bequem zu nutzen und der Datenverkehr wird komplett über den Mobilfunkbetreiber abgewickelt.

Ich schätze mal, dass die meisten Smartphone-Nutzer in Deutschland eine Daten-Flatrate haben, die insofern nicht ganz “flat” ist, da sie nach einer bestimmten Datenmenge die Geschwindigkeit von UMTS- auf GPRS-Niveau drosselt. Also von bis zu 7,2MBit/s auf nur noch 48 oder max. 64kBit/s. Da fühlt man sich wieder an die guten alten Modemzeiten der Pre-DSL-Ära erinnert.

Nun schreibt Teltarif heute, dass Vodafone plant, das Tethering technisch bei den Nutzern zu unterbinden, die keinen entsprechenden Vertrag besitzen. Denn nur weil man auf seinem Handy eine Daten-Flat hat, heißt das noch lange nicht, dass man mit der Bandbreite machen kann, was man will. In sehr vielen Fällen wird das Benutzen mit einem anderen Gerät sogar explizit ausgeschlossen.

Wenn dieses Gerücht wahr ist, ist das aus meiner Sicht ein Schritt in die falsche Richtung. Ich zahle zum Beispiel für 1GB im Monat und wie ich die nutze, sollte doch bitte meine Sache sein. Bei Überschreiten des Volumens greift dann eben das oben erwähnte Bandbreitenmanagement (oder auch gern Fair Use Policy genannt Zwinkerndes Smiley) und drosselt mein Surfvergnügen. Will ich mich schneller durch das Netz bewegen, muss ich eben ein Upgrade erwerben. Eigentlich sollte doch alles klar sein, oder?

Technisch würde mich mal die geplante Umsetzung interessieren. Ganz klar, die Mobilfunkbetreiber setzen auf DPI: Deep Packet Inspection. Dabei wird auf Protokollebene in die Datenpakete hineingeschaut und man kann zum Beispiel in Echtzeit erkennen, ob jemand einen Browser oder VoIP mittels Skype nutzt und je nach Anforderung, Quality of Service etc. gewisse Datenströme priorisieren oder einschränken.

Aber ob DPI geeignet ist, eine Nur-Handy-Nutzung von einer Laptop-per-Handy-Nutzung zu unterscheiden? Hmm, da bin ich mir nicht sicher und ob die avisierten Mehreinnahmen für die zusätzlichen Tarifoptionen die mögliche Verärgerung der Kunden aufwiegen?

Eine Gratwanderung, die Vodafone da unternimmt …

blog comments powered by Disqus

Design von Dicas Blogger, angepasst durch Mario Ruprecht