Mittwoch, 29. Februar 2012

XBMC, Denon 1912 und Philips 46PFL9705

Mein heutiger Dank gilt meiner Frau und ihrer Geduld, die sie am vergangenen Sonntag mit mir aufbringen musste. Ich habe nämlich einen nicht unerheblichen Teil des Wochenendes damit verbracht, meine Bild-Einstellungen am Fernseher zu “optimieren”. Den anderen Teil habe ich mit Fluchen verbracht.

Folgende Situation, die sich im Laufe der letzten Wochen entwickelt hat: Beim abendlichen Nebenbei-Fernsehschauen nehme ich aus den Augenwinkeln ein Flackern des Fernsehbilds im unteren Bereich wahr. Gesehen, vergessen.

Am nächsten Abend das gleiche. Genaueres Betrachten scheint ein kurzes Nachflackern bei bestimmten Bildwechseln auf dem Fernseher zu Tage zu fördern. Urgs.

Okay, sowas macht mich fertig. Vor allen Dingen, wenn es früher nicht da wahr. Das sind dann die Augenblicke, in denen meine Familie freiwillig den Raum oder besser noch das Haus verlässt. Zwinkerndes Smiley

Zuerst hatte ich die neue 46er Firmware für meinen 9705er Philips-Fernsehers in Verdacht. Also habe ich mal ein Downgrade auf eine ältere durchgeführt (Anleitung und Firmware).

Ergebnis: Das Flackern war noch da und zusätzlich kam das Soundproblem mit dem gestörten Ton beim Zurückschalten vom A/V-Receiver auf die internen Lautsprecher wieder. Das war’s also nicht.

Da ich der festen Überzeugung war, dass das Flacker-Phänomen noch nicht so existierte und die in dieser Zeit eingespielte Firmware nicht ursächlich war, blieb ja nur noch eine Möglichkeit: Es muss mit dem frisch erworbenen Heimkinosystem zu tun haben …

Bingo!

Also, das Problem gestaltet sich wie folgt: Da wir jetzt einen A/V-Receiver vom Typ Denon 1912 besitzen, gehen sowohl HTPC (mit XBMC als Media Center) als auch SAT-Receiver (VU+ Duo) per HDMI auf den Receiver, von dem dann wiederum nur ein Kabel in den Fernseher führt. Der Philips-TV bietet zahlreiche Einstellungen und Bildver(schlimm)besserer an, die man pro HDMI-Eingang festlegen kann. Bevor also der Receiver da war, hatte ich optimale Einstellungen für den Sat-Empfang und optimale Einstellungen für das Abspielen von Filmen über meinen HTPC. Dachte ich. Beides war jedenfalls nicht deckungsgleich.

Nun musste ich Einstellungen finden, die beiden Anwendungsfällen gleichzeitig gerecht werden und das ist mir erst am Sonntag gelungen und diese Settings werde ich hier mal dokumentieren, sonst suche ich mir beim nächsten Mal wieder einen Wolf …

Die weitere Ursachenforschung brachte übrigens zu Tage, dass das Flackern durch die dynamische Hintergrundbeleuchtung im Philips ausgelöst wurde. Ein tolle Funktion, die den Kontrast bei Full-LED-Fernsehern deutlich verbessern kann, indem in dunklen Bildbereichen dynamisch auch die LED-Hintergrundbeleuchtung abgedunkelt wird. Nur führt das bei mir zum Flackern, wenn der 400Hz-Modus ausgeschaltet ist. Und der war aus, da der PC-Modus eingeschaltet war, um die Wiedergabe vom PC zu optimieren.

Soll heißen: PC-Modus an = 400 Hz aus!

Die dynamische Hintergrundbeleuchtung abzuschalten ist in meinen Augen (Achtung, Sprachwitz!) keine Alternative: Das Flackern war zwar verschwunden, aber der Schwarzwert war so mies, dass ich mir auch einen 300 EUR-Fernseher hätte hinstellen können. LCD ist nun mal kein Plasma.

Klingt kompliziert?

Ist es auch. Zu viele Stellschrauben, nicht alle sinnvoll. Und wir redeten bis hierhin nur vom Fernseher, die anderen Komponenten außen vor lassend. Einige Stunden und Dutzende Versuche später habe ich dann endlich Settings gefunden, die sowohl für SAT als auch PC funktionierten. Allerdings ruckelte daraufhin die PC-Wiedergabe (allerdings ohne wirklich am PC Frames auszulassen, also irgendwo war noch der Wurm drin). Die Lösung brachte ein Tuning meiner XBMC-Settings – und ich war wirklich froh, dass es jetzt am Ende rundherum super aussieht.

Bildeinstellungen Philips 46 PFL 9705

Hier jetzt mal stichpunktartig meine Settings für den Fernseher (Firmware  000.140.046.000). Farbe, Helligkeit etc. ist oft Geschmackssache, der eine mag’s greller, der andere lieber gedeckt.

Einstellungen => Bild => Smart Bild => Persönlich

=> Kontrast (78)

=> Helligkeit (50)

=> Farbe (58)

=> Schärfe (2)

=> Rauschunterdrückung (Aus)

=> Farbton (Personalisiert)

=> Personalisierter Farbton (127, 105, 96)

=> Perfect Natural Motion (Aus)

=> 400 Hz Clear LCD (Ein)

=> Super Resolution (Aus)

=> Perfekter Kontrast (Minimum)

=> Dynam. Hintergrundbeleuchtung (Standard)

=> MPEG-Artefaktunterdrückung (Aus)

=> Farboptimierung (Aus)

=> Gamma (2)

=> PC-Modus (Aus)

=> Lichtsensor (Ein)

=> Bildformat (nicht skaliert bzw. Breitbild)

Passende XBMC-Einstellungen

Nun also etwas Finetuning am Home Theatre PC (hier läuft übrigens alles unter 64 Bit Windows 7). Als erstes habe ich die Bildwiederholfrequenz des Rechners auf 50Hz eingestellt, die stand vorher auf 60Hz. Ob das jetzt irgendeinen Effekt gebracht hat, kann ich erstmal nicht sagen, denn der TV kommt auch mit 60Hz klar. Aber das kann man ganz einfach in der Nvidia-Systemsteuerung einstellen. (Bei mir kommt eine für MKV-Wiedergabe perfekt geeignete, passiv gekühlte GT520 zum Einsatz!).

Sodann ein Blick auf zwei wesentliche Einstellungen im XBMC, die restlichen nur zur Vollständigkeit, damit ich auch hier beim nächsten Mal nicht wieder lange suchen muss.

XBMC-Einstellungen (1)

XBMC-Einstellungen (2)

XBMC-Einstellungen (3)

Die maßgebliche Besserung gegen das Ruckeln mit den neuen Fernseheinstellungen brachte die Aktivierung der Option “Bildwiederholfrequenz anpassen”. Das sorgt dafür, dass XBMC zum Beispiel 24p-Material auch wirklich mit 24Hz per HDMI ausgibt. Das letzte Quäntchen Besserung erzielte ich dann mit dem Abschalten von “Benutze Vollbild Fenster anstatt echtes Vollbild”. Computerspieler kennen das Phänomen: Ein echtes Vollbild läuft immer einen Ticken flüssiger als ein rahmenloses Vollbildfenster. Keine Ahnung, warum bei XBMC letzteres Standard ist.

Die anderen Einstellungen sind mehr oder minder logischer Menschenverstand: Hardwarebeschleunigung bei der Videoausgabe ist aktiviert (DXVA2), 7.1 Tonausgabe per HDMI an den Receiver, der AC3 und DTS (und natürlich noch mehr Formate) unterstützt. Die HD-Audioformate kann auch XBMC 11 noch nicht, aber man arbeitet dran. Und 7.1 ist auch kein Problem, ich überlasse es dem Receiver, das auf 5.1 für unser Wohnzimmer herunterzurechnen.

Apropos Receiver: Der Denon ist an diesem Debakel komplett unschuldig, er leitet nur brav weiter, was er per HDMI erhält. Er taucht hier und in der Überschrift überhaupt nur auf, weil ich durch ihn erst die Schwächen in meinen Einstellungen bemerkt habe.

Es hat also alles sein gutes – und auf das Heimkinosystem möchte ich keinesfalls mehr verzichten. Das macht richtig, richtig Spaß!

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