Mittwoch, 30. Juli 2014

Eine VDSL-Geschichte ...

Dieser Blog ist tot. Schon zwei Jahre.
Und doch reanimiere ich dieses Urgestein und der Grund ist kein schöner. Oder eigentlich doch.

Unser Dorf wird mit VDSL erschlossen! Das wünsche ich mir schon, seitdem wir hier hergezogen sind. Mein erster Gedanke: Shup up and take my money!
Der Anbieter ist nicht die Telekom, sondern DNS:NET - laut eigenen Angaben der zweitgrößte VDSL-Anbieter im Land Brandenburg.

Das Internet ist voll von Horrorgeschichten zum Thema Anbieterwechsel. Und es gibt sicherlich Geschichten, die sind noch viel schlimmer als meine Erfahrung der letzten 14 Tage - aber trotzdem reihe ich gern ein, vielleicht schaffe ich es ja unter die Top 100 der größten DSL-Wechselstories. Hier mal der Stand bis Mittwoch, den 30. Juli 2014, 11:30 Uhr. Der Rest folgt

Und so begann es ...


Ausgangssituation

Wir bewohnen ein Eckgrundstück (Blastr/Ecke Blubstr.), das in seinem unbebauten Zustand die Adresse „Blastr. 23“ hatte. Nach dem Hausbau und der Verlegung aller Eingänge in die Blubstr. hat uns unsere Gemeinde die Adresse Blubstr. 69 zugewiesen.

Der Erstanschluss für Festnetz erfolgte durch die Telekom in der Blastr. 23.

Wir waren seit diesem Erstanschluss Kunde bei Vodafone/Arcor mit einem ISDN/DSL-Anschluss.

Iststand

Wir haben momentan weder Festnetz noch Internet. Laut unsere neuen Anbieter muss die Telekom einen Techniker vorbeischicken. Das scheiterte gestern Abend zum 4. Mal.

Zeitliche Abfolge

  • März 2014
    DNS:NET gibt kund, dass sie unseren Ort mit VDSL erschließen (eigene DSLAMs/Leitungen), Starttermin Q2/2014
  • März 2014
    Einvernehmliche Klärung mit Vodafone über ein Sonderkündigungsrecht ohne Berücksichtigung der restlichen Vertragslaufzeit, da auf absehbare Zeit VF kein VDSL zur Verfügung stellen kann
  • 22. März 2014
    Beauftragung VDSL bei DNS:NET inklusive Hinweis auf die Problematik der zwei Adressen des Grundstücks
  • 27. März 2014
    Auftragsbestätigung von DNS:NET erhalten
  • 2. Juli 2014
    Rückmeldung durch DNS:NET, dass die Portierung nicht erfolgreich war. DNS:NET Auftragsmanagement ist nicht zu erreichen. Ich entscheide mich dafür, die Adresse im Portierungsantrag auf Blubstr. 69 zu ändern und den Sachverhalt nochmals schriftlich zu erklären.
  • 10. Juli 2014
    Ich erhalte eine Kündigungsbestätigung meines Altanbieters Vodafone zum 17. Juli 2014 (das Schreiben datiert auf den 8. Juli 2014, siehe Anhang).
  • 11. Juli 2014
    Telefonische Kontaktaufnahme mit dem DNS:NET Auftragsmanagement scheitert. Die Support-Hotline empfiehlt, die Kündigungsbestätigung an die entsprechende Mailadresse zu senden, was auch sogleich erfolgte.
  • 14. bis 16. Juli 2014
    Mehrfache Kontaktaufnahme mit dem DNS:NET Auftragsmanagement scheitert, die Hotline verweist von vormittags auf nachmittags und dann auf den nächsten Tag.
  • 16. Juli 2014
    Allererstes Feedback per Email vom Auftragsmanagement, nachdem ich auf Facebook „eskaliert“ habe. Der Vorgang sei in Klärung zwischen Vodafone und der Telekom (?).
  • 17. Juli 2014
    Vodafone schaltet mich pünktlich um 9:06 Uhr ab.
    Telefonate mit der DNS:NET Hotline bringen nicht viel, am späten Nachmittag erhalte ich eine Mail vom Auftragsmanagement, dass die Aufschaltung zum 23. Juli 2014 erfolgt. Ich möge mich doch bitte an VF zwecks Weiterversorgung wenden.
    Anruf bei der Vodafone-Hotline zeigt auf, dass nur der neue Anbieter die Weiterversorgung (per Fax) veranlassen kann. Ich teile dies der DNS:NET-Hotline nochmals telefonisch mit.
  • 18. Juli 2014
    Gegen 14 Uhr erfolgt die Reaktivierung durch Vodafone, Telefon geht, Internet nicht.
    Die Vodafone-Hotline teilt mir mit, dass bei einer Reaktivierung neue DSL-Zugangsdaten generiert werden, die NUR postalisch verschickt werden können.
    Zeitgleich erreicht uns ein Brief von DNS:NET, der die Schaltung zum 23. Juli 2014 bestätigt.
  • 21. Juli 2014
    Die Hardware von DNS:NET trifft ein. Die neuen Zugangsdaten von Vodafone leider nicht.
  • 23. Juli 2014
    Der Tag der Anschaltung!
    Gegen 9 Uhr schaltet Vodafone wieder pünktlich ab. Ich wechsle die Hardware und warte auf den DSL Sync.
    Gegen 16:30 Uhr rufe ich die DNS:NET Hotline an und frage nach dem Status. Laut Auskunft erfolgen Umschaltungen bis ca. 14 Uhr. Es gab keine Negativmeldung der Telekom, also wurde geschaltet.
    Der Hotlinemitarbeiter führt irgendwelche Messungen aus und bittet mich dann um Geduld. Am 23. passiert gar nix weiter.
  • 24. Juli 2014
    Die Zugangsdaten von Vodafone sind in der Post! Datiert auf den 18. Juli. Jemand hat da ganz viel Humor.
    Gegen 9:30 Uhr kontaktiere ich die DNS:NET Hotline zwecks Statusupdate. Da ich nicht sitzend vor der Hardware warte, vertröstet man mich auf den Nachmittag, wenn ich denn wieder zu Hause bin.
    15 Uhr 30 erfolgt ein Rückruf durch DNS:NET, der Mitarbeiter führt augenscheinlich die gleiche Messung wie sein Kollege am Vortag durch. Mit dem gleichen Ergebnis. Er kommt zu der Schlussfolgerung, dass ein Telekomtechniker sich das anschauen muss. Der nächste mögliche Termin ist der 25. Juli 2014 von 13 bis 18 Uhr. Ich versichere mich nochmals, dass meine richtige Handynummer hinterlegt ist zwecks vorheriger Kontaktaufnahme.
  • 25. Juli 2014
    11:30 Uhr Anruf durch DNS:NET: Der Techniker sei jetzt auf dem Weg.
    16 Uhr: Rückfrage meinerseits, wo er denn bleibt. DNS:NET macht sich schlau und ruft kurze Zeit später zurück. Der Techniker hat den Besuch mit „Adresse existiert nicht“ erfolgreich beendet. Ein Anruf auf meiner Mobilfunknummer erfolgte leider nicht. Ist ja auch Freitag. Nachmittag.
    Der Hotlinemitarbeiter ergänzt im Auftrag eine genaue Anfahrtsbeschreibung und beide Adressen (des gleichen Grundstücks).
    Ich klebe einen riesigen Zettel an den Zaun, dass hier auch die Blastr. 23 ist.
    Neuer Termin: 28. Juli 2014, 8 bis 13 Uhr!
  • 28. Juli 2014
    Bis 12 Uhr keiner da, ich werde nervös. Hotline bittet um Geduld. Das Spiel geht so im Stundenrhythmus weiter bis 18 Uhr. Angeblich hat sich der Techniker bei der Telekom nicht zurückgemeldet. Keiner kennt den Status. Suchhunde und Helikopter seien schon im Einsatz.
    Ich lasse gegen 20 Uhr prophylaktisch einen neuen Termin für den Folgetag ausmachen, wieder 13 bis 18 Uhr. Man redet von Express-Entstörung, die man bei der Telekom anfordert.
  • 29. Juli 2014
    Wie soll’s auch sein, es kommt keiner. Gegen 16 Uhr rufe ich wiederum die Hotline an, keiner kann mir sagen, warum es am Vortag nicht klappte. Oder heute. Man bittet mich wieder um Geduld, der Techniker sei noch zugewiesen. Alles wird gut.
    Gegen 17 Uhr versteht die Hotline die Dringlichkeit (Tag 7 nach der Anschaltung!) und fordert eine Express-Entstörung bei der Telekom an. Ich muss bei dem Wort lachen. Man ruft mich zurück und versichert, dass der Techniker noch am selben Tag kommt.
    23:59 Uhr: Es war niemand da.
  • 30. Juli 2014
    Heute.
    Ich bin verzweifelt.
    Ich möchte weinen, aber das tun echte Kerle nicht.
    Ich habe am Wochenende Tough Mudder erfolgreich überstanden, aber das hier raubt mir den letzten Nerv.
    Ich kann nur noch heute zu Hause warten, dann klappt’s erst wieder am Montag. Im Urlaub.
    Ich werde also erst die Mail mit diesem Text an die Bundesnetzagentur fertig machen und dann die DNS-NET Hotline anrufen.
    11:00 Uhr: der Techniker von der Telekom war da. Er hat seiner Verwirrung ob der unterschiedlichen Adressen Ausdruck verliehen. Angeblich war er auch schon am Vortag da und hat die Blastr. 23 nicht gefunden. Mein Gesicht entgleist.
    Trotzallem ging er seiner Berufung nach und hat die Leitung durchgeklingelt. Bis vorn zum Telekomkasten an der Hauptstraße alles schick. Von da geht’s in den Kasten daneben, der DNS:NET gehört. Was da passiert sieht er nicht und geht ihn nichts an. Ich soll das auch so der Hotline mitteilen.
    Die Hotline ist hoch erfreut über meinen Anruf. Nach der Schilderung der Technikeraussagen, stellt man mir die Frage, ob man mir gezeigt hat, dass die Leitung funktioniert? Ich so: Der Telekomiker hat gesagt, dass sein Bereich funktioniert, wollen Sie etwas behaupten, er lügt?
    Ja.
    Ohne Worte!
    Da bislang keine offizielle Stellungnahme der Telekom vorliegt, vertagen wir das Gespräch auf den Nachmittag.
Es bleibt spannend ...

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